„Ohne Frau Karcher ist Ganztagsschule doof“
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FSJlerin Nicole Karcher profitiert im Studium von ihren ErfahrungenNicole u. Kind

Nicole Karcher war bis vor zwei Jahren FSJlerin in der Grundschule Saulheim. Heute studiert die 22-jährige Grundschullehramt mit den Hauptfächern Mathe und Sport in Heidelberg. Der Sportjugend ist sie in der Zeit danach mehr als nur treu geblieben. Wie ihr das FSJ für das Studium weiter hilft und warum sie sich heute immer noch für die Sportjugend engagiert, erklärt Nicole im Interview.

Was war Deine Motivation ein FSJ im Sport in einer Ganztagsschule abzuleisten?

Nach dem Abitur hatte ich erst Mal keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Für mich war nur wichtig, es sollte etwas mit Sport zu tun haben. Da erfuhr ich vom FSJ Sport und fand es spannend, mein FSJ in einer Schule abzuleisten. Ich wollte herausfinden, ob mir die Kinder- und Jugendarbeit liegt, da ich vor dem FSJ nie die Gelegenheit dazu hatte. Zusätzlich konnte ich einen Einblick ins Berufsleben eines Lehrers bekommen.

Was waren Deine Aufgaben während des FSJ in der Schule?

Überwiegend wurde ich im Sportunterricht eingesetzt und durfte dort Kleingruppen leiten.
Zusätzlich unterstützte ich die Schule mit Förderstunden im Lesen und Rechnen, Mittagessen- und Hausaufgabenbetreuung und natürlich der Leitung mehrerer sportlicher Arbeitsgemeinschaften. Toll war, dass ich dabei selbstständig planen und Verantwortung übernehmen musste.

Aus einer dieser AGs entstand eine neue Rope-Skipping Gruppe im örtlichen Sportverein, in den ich eingetreten bin, um diese leiten zu dürfen.  Zusätzlich begleitete ich Klassenausflüge und half bei der Organisation von Schul- und Sportfesten.

Welche Inhalte der Seminare waren für Deine Tätigkeit besonders wertvoll und hilfreich?

Ganz klar, die vielen Spiele und Bewegungsangebote. Diese wurden immer wieder gebraucht und brachten Abwechslung in den Schulalltag der Kids.  Aber auch die ständigen Übungen in den Seminaren, vor einer Gruppe zu stehen, diese anzuleiten und zu motivieren halfen mir ungemein, da sie mir Sicherheit und Selbstbewusstsein gaben.

Du studierst jetzt auf Lehramt. Konntest Du von Deinem FSJ profitieren?

Definitiv konnte ich davon profitieren! Erstens bei der Bewerbung zum Studium, da das FSJ und meine ehrenamtliche Tätigkeit als Übungsleiter großzügig angerechnet wurden. Außerdem ist das Studium an der Pädagogischen Hochschule ist sehr praxisorientiert. Ich bin vielen meiner Kommilitonen etwas voraus, was etwa Lehrkompetenzen, Übung oder Praxisbeispiele betrifft. Für mich ist, dank meiner Erfahrungen, vieles selbstverständlich oder logisch erschließbar und erleichtert mir das Studium. Und zu guter Letzt profitierte ich von der Sicherheit in der Wahl meines Studienfaches. Ich muss mich nicht ständig fragen: „Will ich das wirklich werden?“, da ich das Gefühl habe zu wissen, was mich nach dem Studium erwartet.

Hat das FSJ Dir zusätzlich noch etwas gebracht?

Sehr viel sogar. Ich bin viel selbständiger und auch selbstsicherer geworden. Ich kann besser vorausschauend planen und verlasse mich mehr auf meine eigene Meinung. Neben den Freundschaften zu den anderen Freiwilligen freue ich mich über die vielen Möglichkeiten, die sich mir bei der Sportjugend anbieten. Ich habe direkt nach meinem FSJ die Freizeit-Betreuerausbildung absolviert, weil die tolle Atmosphäre und die Inhalte auf den Seminaren mir Lust auf mehr gemacht haben. Erst vor wenigen Wochen habe ich bei der Referentenausbildung die DOSB-Lizenz erhalten und hoffe, in den kommenden Jahren als Referentin auf der anderen Seite stehen zu dürfen. Ich möchte als Referentin in den FSJ-Seminaren meine Erfahrungen weitergeben und die Begeisterung am FSJ und an der Vereinsarbeit bei Jugendlichen wecken.

Welches war Dein schönstes Erlebnis in Deiner FSJ-Zeit?
Da gibt es sehr viele Dinge. Immer wieder rührend waren die Reaktionen der Kinder in allen möglichen Situationen. In Erinnerung bleiben mir die Aussagen der Kinder, nachdem sie erfahren haben, dass ich „nur“ ein Jahr bleibe: „Ohne Frau Karcher ist Ganztagsschule doof“ „Ich will dich als Klassenlehrerin haben“ „Wer spielt dann mit uns in der Turnhalle?“
Zu Hause steht nun ein ganzer Ordner voller Bilder, Gemälden, Texten, Fotos, Basteleien und leider auch Strafarbeiten.