Was soll ein Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz leisten?
Die Forderungen richten sich sowohl an den Bund als auch an die Länder.
Der Bund soll insbesondere:
- die Finanzierung der Freiwilligendienste dauerhaft sichern und die bisherige Deckelung der Fördermittel aufheben,
- damit den Ausbau von Freiwilligendienstplätzen ermöglichen,
- die Bundesförderung für die pädagogische Begleitung in den Inlands-Freiwilligendiensten auf bis zu 400 Euro und im IJFD auf bis zu 700 Euro anheben,
- weitere Kosten für Öffentlichkeitsarbeit, Information und Beratung sowie Bewerbungs-, Vermittlungs- und Ehemaligenarbeit als förderfähig anerkennen,
- ein staatlich bezuschusstes höheres Taschengeld ermöglichen,
- jungen Menschen aus finanziell schwächeren Familien ein steuer- und sozialversicherungsfreies Stipendium ermöglichen,
- und den Freiwilligenausweis als Deutschlandticket anerkennen.
Ein weiterer zentraler Punkt: Ein bereits geleisteter oder aktuell absolvierter Freiwilligendienst soll vollumfänglich auf einen Wehr- oder Zivildienst angerechnet werden können.
Auch die Länder sind gefragt
Ein Freiwilligendienst darf nicht davon abhängen, in welchem Bundesland man lebt. Deshalb formuliert das Forderungspapier auch konkrete Erwartungen an die Länder.
Dazu gehören unter anderem gemeinsame Taschengeld-Zuschüsse mit dem Bund sowie eine bessere Anerkennung von Freiwilligendiensten im Bildungs- und Ausbildungssystem. So sollen Freiwilligendienste beispielsweise auf Ausbildungszeiten und Pflichtpraktika angerechnet werden können. Auch bei Wartesemestern wird eine bundeseinheitliche Regelung gefordert: Sechs Monate Freiwilligendienst sollen als zwei, zwölf Monate als vier Wartesemester zählen. Zudem soll ein zwölfmonatiger Freiwilligendienst als praktischer Teil der Fachhochschulreife anerkannt werden.
Chancengerechtigkeit statt Freiwilligendienst als Privileg
Ein Freiwilligendienst muss für junge Menschen unabhängig von ihrer finanziellen Situation erreichbar sein. Gerade das ist ein zentraler Punkt der Forderungen.
Denn Engagement darf nicht daran scheitern, dass Fahrtkosten, Lebenshaltungskosten oder ein zu niedriges Taschengeld eine Teilnahme faktisch unmöglich machen. Gefordert werden deshalb bessere finanzielle Rahmenbedingungen, ein höheres Taschengeld, zusätzliche Unterstützung für junge Menschen aus finanziell schwächeren Familien und kostenlose Mobilität.
Ein starkes Signal für den Sport
Auch für den organisierten Sport sind verlässliche Freiwilligendienste von großer Bedeutung. Freiwillige übernehmen Verantwortung, unterstützen Angebote für Kinder und Jugendliche und sammeln gleichzeitig wichtige Erfahrungen in der Vereins- und Bildungsarbeit.
Damit diese Möglichkeiten erhalten und ausgebaut werden können, braucht es verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen und eine angemessene Anerkennung des Engagements. Das Forderungspapier macht deshalb deutlich: Freiwilligendienste sind keine kurzfristige Zusatzaufgabe, sondern ein wichtiger Bestandteil einer starken Zivilgesellschaft. Sie fördern Teilhabe, Bildung, Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wer junge Menschen für Engagement gewinnen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss Freiwilligendienste stärken.