Bach meets Gutenberg: Begegnung, Demokratie und Sport verbinden junge Menschen aus Ost und West

Wie bringt man junge Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten miteinander ins Gespräch? Die Antwort darauf lieferten die Sportjugend Rheinland-Pfalz und die Sportjugend Sachsen mit ihrem gemeinsamen Begegnungsprojekt „Bach meets Gutenberg“. Vier Tage lang kamen Freiwilligendienstleistende beider Bundesländer in Mainz zusammen, um sich auszutauschen, Sportarten kennenzulernen, Demokratie zu erleben und neue Perspektiven zu gewinnen. Das abwechslungsreiche Programm verband Bewegung, Bildung und Begegnung in ungezwungener Atmosphäre.

Auftakt auf den Spuren der Europacupsieger

Nach der Anreise und ersten Kennenlernspielen stand am ersten Seminartag direkt ein sportliches Highlight auf dem Programm: Beim 1. MGC Mainz erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in den professionellen Minigolfsport. Dabei wurde schnell deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Freizeit- und Leistungssport sein kann! In gemischten Teams aus Sachsen und Rheinland-Pfalz traten die Freiwilligen anschließend selbst gegeneinander an und lernten sich und ihre Minigolf-Skills dabei auf spielerische Weise kennen. Den Abend ließ die Gruppe mit einem selbst entwickelten sportlichen Pubquiz ausklingen.

Home Runs und Mainzer Lebensgefühl

Der zweite Tag begann sportlich auf dem Gelände der Mainz Athletics. Die Deutschen Meister*innen des Baseballvereins führten die Teilnehmenden in die Grundlagen ihrer Sportart ein und ermöglichten erste eigene Schlagversuche. Für viele war es die erste Begegnung mit Baseball – und die ersten Home Runs ließen nicht lange auf sich warten!

Am Nachmittag wechselte der Fokus von Sport auf Kultur und Geschichte. Bei der Stadtführung „Mainz – Stadt der Superlative“ erkundeten die Freiwilligen die Landeshauptstadt und erfuhren mehr oder weniger Spannendes über ihre Geschichte und Besonderheiten. Anschließend blieb zum Glück noch ausreichend Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu entdecken. Bis der Tag schließlich – wie es sich in Mainz gehört – in einer traditionellen Weinstube endete.

Fotonachweis: Sportjugend Rheinland-Pfalz

Demokratie zum Mitmachen

Ein zentraler Bestandteil von „Bach meets Gutenberg“ war die politische Bildung. Gemeinsam mit dem Landtag Rheinland-Pfalz und der Landeszentrale für politische Bildung erlebten die Freiwilligen einen praxisnahen Demokratieworkshop. In Quizformaten, Diskussionen und Rollenspielen – teilweise sogar im Plenarsaal des Landtags – setzten sie sich mit politischen Entscheidungsprozessen auseinander und erfuhren, wie komplex demokratische Aushandlungsprozesse sein können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Politik junge Menschen unmittelbar betrifft und Mitgestaltungsmöglichkeiten bietet.

Besonders wertvoll waren dabei die Gespräche über unterschiedliche gesellschaftliche Erfahrungen und Perspektiven in Ost- und Westdeutschland. Vorurteile konnten hinterfragt und neue Sichtweisen kennengelernt werden – genau das Ziel, das hinter dem Begegnungsprojekt stand.

Die besondere Strahlkraft des Projekts blieb auch über die Seminargruppe hinaus nicht unbemerkt: Am Donnerstag begleitete ein Team von SWR aktuell den Austausch einen ganzen Tag lang. Die Dreharbeiten führten die Journalist*innen sowohl in den Landtag Rheinland-Pfalz als auch in die Kletterhalle Hapik, wo sie die Freiwilligendienstleistenden bei den verschiedenen Programmpunkten begleiteten und ihre Eindrücke einfingen. Der daraus entstandene Beitrag wurde noch am selben Abend in der Sendung SWR Aktuell ausgestrahlt und machte die Ziele und Inhalte von „Bach meets Gutenberg“ einem breiten Publikum sichtbar.

Austausch mit der Politik und wichtige Impulse für die Freiwilligendienste

Zum Abschluss des Projekts stand ein politischer Austausch mit dem Bundestagsabgeordneten Daniel Baldy auf dem Programm. Gemeinsam mit Leon Ries von der Deutschen Sportjugend  diskutierten die Freiwilligen über die Zukunft der Freiwilligendienste und die Herausforderungen, vor denen junge Engagierte stehen. Dabei wurden unter anderem die finanzielle Situation vieler Freiwilliger, die Notwendigkeit einer besseren Unterstützung von Freiwilligendiensten sowie die Bedeutung des Sports für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Resilienz thematisiert. Auch die Rolle eines länderübergreifenden Jugendaustauschs für den Abbau von Vorurteilen wie „Bach meets Gutenberg“ wurde hervorgehoben.

Mehr als ein Seminar

Die Idee zu „Bach meets Gutenberg“ entstand ursprünglich an einer Bar am Rande einer Veranstaltung der Deutschen Sportjugend. Daraus entwickelte sich innerhalb weniger Monate ein Projekt, das junge Menschen aus Ost- und Westdeutschland zusammenbringt und Demokratiebildung, Sport und gesellschaftlichen Dialog miteinander verbindet.

Das eigentliche Ergebnis der Begegnungswoche lässt sich jedoch nicht in Programmpunkten oder Reichweiten messen. Viel wichtiger sind die zahlreichen neuen Freundschaften, die offenen Gespräche, die erweiterten Perspektiven und die Erkenntnis, dass Unterschiede verbinden können, wenn Menschen einander auf Augenhöhe begegnen.

Umsetzen ließ sich dieses umfangreiche und abwechslungsreiche Programm dank der großartigen Unterstützung der DFL-Stiftung. Vielen Dank dafür!

In der ARD-Mediathek ist der SWR-Beitrag zu „Bach meets Gutenberg“ abrufbar (ab Minute 17:16).