Zukunft der Freiwilligendienste im Fokus: Austausch mit Bundestagsabgeordneter Corinna Rüffer in Trier

Die Zukunft der Freiwilligendienste stand am 3. Juni im Mittelpunkt eines intensiven Austauschs zwischen Freiwilligendienstleistenden, Vertreter*innen der Sportjugend Rheinland-Pfalz und der Trierer Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen). Im Jugendzentrum Mergener Hof (MJC) in Trier nahm sich die Abgeordnete viel Zeit, um mit jungen Menschen und Verantwortlichen aus der Praxis über Chancen, Herausforderungen und politische Rahmenbedingungen der Freiwilligendienste ins Gespräch zu kommen.

Organisiert wurde der Termin im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Freiwilligendienste Rheinland-Pfalz durch die Sportjugend Rheinland-Pfalz. Mit am Tisch saßen die Freiwilligendienstleistenden Kalil Muß, Helen Kieren und Amelie Brörmann, die von ihren persönlichen Erfahrungen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD) berichteten. Begleitet wurden sie von den FWD-Referenten der Sportjugend Rheinland-Pfalz, Tim Görres, Tarek Niesen und Marlene Wienold, sowie Fabian Poltrock vom Mergener Hof. Kalil Muß absolviert dort derzeit sein FSJ im Sport.

Einblicke in den Alltag von Freiwilligendienstleistenden

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die vielfältigen Einsatzbereiche und Erfahrungen der jungen Engagierten. Deutlich wurde dabei, wie unterschiedlich die Tätigkeiten in den jeweiligen Einsatzstellen ausfallen können. Während einige Freiwillige überwiegend im Vereins- und Sportbetrieb tätig sind, übernehmen andere in Schulen oder Jugendeinrichtungen verantwortungsvolle Aufgaben.

Die Freiwilligen schilderten eindrucksvoll, welchen persönlichen und beruflichen Mehrwert ihnen ihr Engagement bietet. Gleichzeitig machten sie aber auch auf bestehende Herausforderungen aufmerksam.

Finanzielle Hürden und bessere Rahmenbedingungen

Ein zentrales Thema war die finanzielle Situation vieler Freiwilligendienstleistender. Die derzeitige Vergütung sei oftmals so gering, dass ein Freiwilligendienst ohne die Unterstützung der Eltern nur schwer zu realisieren sei. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, um die Attraktivität der Freiwilligendienste zu erhöhen. Ein Vorschlag, der schon länger diskutiert und gefordert wird, war die Einführung eines Deutschlandtickets für alle Freiwilligendienstleistenden.

Corinna Rüffer zeigte großes Interesse an den geschilderten Erfahrungen und hatte ein offenes Ohr für die Anliegen der jungen Menschen. Darüber hinaus gab sie wertvolle Hinweise, wie Anliegen und Verbesserungsvorschläge über Eingaben an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages wirksam eingebracht werden können. Diese Möglichkeit möchten wir künftig verstärkt nutzen, um die Interessen der Freiwilligendienste politisch sichtbar zu machen.

Wehrdienstdebatte darf Freiwilligendienste nicht schwächen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um das Wehrdienstmodernisierungsgesetz und mögliche neue Dienstmodelle wurde auch die Rolle der Freiwilligendienste intensiv diskutiert. Einigkeit bestand darin, dass mögliche neue Formen eines Wehr- oder Gesellschaftsdienstes nicht in Konkurrenz zu den etablierten Freiwilligendiensten treten dürfen.

Die Teilnehmenden betonten, dass die bestehenden Freiwilligendienste seit vielen Jahren erfolgreich arbeiten, pädagogisch begleitet werden und jungen Menschen wertvolle Bildungs- und Orientierungsmöglichkeiten bieten. Diese Strukturen müssten erhalten und weiter gestärkt werden. Zivile Ersatzdienste oder neue Dienstformate dürften daher nicht zulasten von FSJ und BFD gehen.

Wertschätzender Austausch mit wichtigen Impulsen

Der Besuch von Corinna Rüffer wurde von allen Beteiligten als äußerst wertschätzend und konstruktiv wahrgenommen. Die Bundestagsabgeordnete, die Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages ist und zudem als stellvertretendes Mitglied dem Familienausschuss angehört, nahm die Anliegen der Freiwilligen aufmerksam auf und zeigte großes Verständnis für deren Situation.

Für die Sportjugend Rheinland-Pfalz und die LAG Freiwilligendienste Rheinland-Pfalz war das Gespräch ein wichtiger Schritt, um die Perspektiven der jungen Engagierten direkt in politische Diskussionen einzubringen und gemeinsam an einer nachhaltigen Absicherung und Weiterentwicklung der Freiwilligendienste zu arbeiten.