Rund 100 Teilnehmende kamen am 31. Oktober zum Jugendhauptausschuss der Sportjugend Rheinland-Pfalz in der Alten Mensa der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zusammen. Im Mittelpunkt standen Jugendbeteiligung, Demokratie, Engagement und die Zukunft des Kinder- und Jugendsports in Rheinland-Pfalz.

Wie können junge Menschen stärker mitreden, mitentscheiden und mitgestalten? Welche Rahmenbedingungen brauchen sie, um sich zu engagieren? Und wie können Sportvereine dazu beitragen, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Jugendhauptausschuss der Sportjugend Rheinland-Pfalz am Samstag, 31. Oktober, in Mainz.
Insgesamt rund 100 Personen waren der Einladung in die Alte Mensa der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gefolgt – darunter Delegierte der drei regionalen Sportjugenden Rheinland, Pfalz und Rheinhessen sowie Freiwilligendienstleistende aus der Region Rheinhessen. Erstmals ergänzte ein umfangreicher fachlicher Vormittag den parlamentarischen Teil der Versammlung am Nachmittag.
„Junge Menschen sollen nicht nur mitmachen, sondern mitreden, mitentscheiden und mitgestalten können.“
Zum Auftakt begrüßte Christian Hessel aus dem Leitungsteam der Sportjugend Rheinland-Pfalz die Teilnehmenden. Mit dem neuen Veranstaltungsformat wolle die Sportjugend fachliche Impulse setzen und die Engagierten in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Dabei machte er deutlich, worauf es ankommt: „Junge Menschen sollen nicht nur mitmachen, sondern mitreden, mitentscheiden und mitgestalten können.“
Auch Rudolf Storck, Präsident des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, würdigte das neue Format und die Bedeutung der Sportjugendarbeit. Sportvereine seien weit mehr als Orte für Training und Wettkampf: Sie schaffen Gemeinschaft, vermitteln Werte und eröffnen jungen Menschen Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen. Mit Blick auf die Zukunft betonte er: „Wenn Politik, Landessportbund, Sportjugenden und Vereine an einem Strang ziehen, können wir viel erreichen.“
Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz, Kathrin Anklam-Trapp, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung von Bewegung und Sport für ein gesundes Aufwachsen hervor. Sport stärke nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern leiste auch einen wichtigen Beitrag zur mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Sportvereine seien Orte der Begegnung und Gemeinschaft, an denen junge Menschen Zugehörigkeit erleben, Selbstvertrauen entwickeln und soziale Teilhabe erfahren können.
Aktivierende Impulse und neue Perspektiven am Vormittag
Wie Beteiligung von Kindern und Jugendlichen tatsächlich erlebt wird, beleuchtete Prof. Dr. Tanja Betz von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in ihrer Keynote. Sie stellte zentrale Ergebnisse der Jugendbefragung des 4. Kinder- und Jugendberichts Rheinland-Pfalz 2025 vor. Die Ergebnisse zeigten unter anderem, dass junge Menschen sehr unterschiedlich erleben, wie viel sie in ihrem Alltag mitbestimmen können – etwa in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule, im Verein oder in der Politik.
Carolin Piras von der ifok GmbH nahm die Teilnehmenden anschließend mit auf eine Reise „Von der Kleinstadt bis Europa“ und zeigte, wie Bürgerbeteiligung demokratische Prozesse stärken kann. Dabei wurde deutlich: Beteiligung lebt davon, dass Menschen ihre Perspektiven einbringen und tatsächlich Einfluss nehmen können.
In den anschließenden Workshops wurde es praktisch und diskussionsfreudig. Die Teilnehmenden beschäftigten sich im Workshop von Leon Brüning, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft an der JGU Mainz, mit vielfältigen Sportangeboten und Talententwicklung. Im Workshop von Jana Peters (ifok GmbH) konnten die Teilnehmenden auch körperlich erleben, wie demokratische Kompetenzen gestärkt werden können. Prof. Dr. Salvatore Barbaro aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der JGU Mainz gab unter dem Titel „Wer entscheidet hier eigentlich? – Mehrheitsprinzip, Wahlparadoxien und die Tücken unserer Wahlsysteme“ spannende Einblicke in die Funktionsweise demokratischer Wahlen.
Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und gemeinsam reflektiert. So bot der Vormittag nicht nur neue fachliche Perspektiven, sondern auch Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung über die regionalen Grenzen hinweg.
Bilanz ziehen und die Zukunft gestalten
Am Nachmittag wechselte die Versammlung in den parlamentarischen Teil. Die Delegierten blickten auf die Entwicklungen und Schwerpunkte der vergangenen vier Jahre zurück. Dabei standen unter anderem die politische Interessenvertretung und der Kinderschutz, gemeinsame Projekte der vier Sportjugenden sowie die Förderung jungen Engagements, die Freiwilligendienste und internationale Begegnungen im Fokus.
Anschließend waren die Delegierten gefragt: Sie gaben Feedback zum Bericht, der in diesem Jahr erstmals im Podcast-Format zur Verfügung gestellt wurde, brachten eigene Perspektiven ein und berieten über Anträge der drei regionalen Sportjugenden sowie des Leitungsteams. Mit den gefassten Beschlüssen wurden wichtige Impulse für die weitere Arbeit gesetzt.
Einigkeit bestand darin, die Zusammenarbeit der vier Sportjugenden weiter zu stärken und die Interessen junger Menschen gemeinsam sichtbar zu vertreten. Denn die Herausforderungen sind vielfältig: Es geht um verlässliche Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste und Ehrenamt, um mehr Möglichkeiten für Bewegung und soziale Bildung, um wirksamen Kinderschutz und um echte Beteiligung junger Menschen.
Auch für das leibliche Wohl war an diesem Tag gesorgt: Das Essen für die Teilnehmenden kam vom Verein Arc-en-Ciel.
Fotos: Barbara Fuhrmann (LSB)























